Die Welt vor dem Scheideweg

Great Reset oder Great Awakening?
Von Alexander Markovics
(Dieser Artikel erschien zuerst im deutschen Monatsmagazin Deutsche Stimme)

Wohl kaum ein Ereignis der letzten Jahre hat die Weltordnung so durcheinandergebracht wie der Coronavirus. Zum ersten Mal folgten die westlichen Staaten mehrheitlich nicht dem amerikanischen, sondern einem chinesischen Ansatz zur Lösung der Krise. Doch während im Reich der Mitte wieder weitestgehend Normalität eingekehrt ist, macht sich im Westen eine „neue Normalität“ breit. Das öffentliche Leben wird immer stärker reglementiert, die Bewegungsfreiheit vorgeblich zur Bekämpfung der Pandemie eingeschränkt, während die Außengrenzen für Einwanderung offen bleiben. Zahlreiche kleine und mittlere Unternehmen stehen vor dem Ruin oder sind bereits in Konkurs, während globalistische Riesen wie Amazon und Apple im Rekordtempo wachsen. Das Kulturleben hat quasi aufgehört zu existieren. Als einziger Ausweg aus der Krise wird eine konfuse Test- und Impfstrategie verkündet, in der vor allem der im Eilverfahren des US-Konzern Pfizer-Biontech hergestellte Impfstoff eine große Rolle spielt, der schon erste Todesopfer gefordert hat. Proteste gegen diese Politik des Chaos werden von staatlicher Seite unterdrückt und medial kriminalisiert – wer dagegen protestiert wird pauschal als Rechtsradikaler diffamiert und mit drakonischen Strafen belegt. Doch woher kommt diese Entwicklung, die unser aller Leben radikal verändert hat? Natürlich aus dem Kreis der globalistischen Eliten, die uns regelmäßig mit neuen Gesellschaftsexperimenten zwangsbeglücken – doch dieses Mal gehen sie aufs Ganze. Der deutsche Globalist und Gründer des Weltwirtschaftsforums Klaus Schwab lieferte das Schlagwort dazu: The Great Reset (Der große Neustart). Unter diesem Titel fordern die Eliten des Westens einen Neustart des Kapitalismus, der gemäß der seit 1972 verkündeten Grenzen des Wachstums grüner und nachhaltiger werden soll und auffallend kompatibel mit den Zielen der staatlich hofierten Klimabewegung ist. Das damit nur ein Deckmantel für eine weitere Bereicherung der 1% und eine fortschreitende Ausbeutung des Rests der Menschen geschaffen wird, wissen wir spätestens seitdem Politiker der Grünen weniger CO2-Emissionen predigen, aber gleichzeitig zum Eisessen nach Kalifornien fliegen. Ähnlich glaubwürdig wirkt ein Appell Klaus Schwabs den Neoliberalismus abzuschaffen und genau jenen Kapitalismus gerechter machen zu wollen, von dem er selbst profitiert hat. Wer in das gemeinsam von Schwab und Thierry Malleret verfasste Buch blickt, findet dort vor allem Prognosen. Mit dem Ausbruch von Corona soll eine neue Zeit anbrechen wenn es nach den Autoren geht und die Geschichte zukünftig in „Vor Corona“ und „Nach Corona“ eingeteilt werden. Wer nach wirklich neuen Vorschlägen zur Verbesserung der Welt sucht, wird in diesem Buch nicht fündig, vielmehr finden sich dort die alten Rezepte der Globalisierung und die Vision von der „Einen Welt“ neu aufgelegt. Doch warum etwas unter einem anderen Titel neu verkünden, dass die Menschen in Europa sowieso schon nicht mehr sehen können? Wenn man sich die Ausführungen Schwabs und Mallerets durchliest, dann stellt man eine große Besorgnis um die Entwicklung der Welt fest. Denn die Globalisierung befindet sich auf dem Rückzug, der Westen und damit seine Oligarchen von Soros bis Schwab haben immer weniger zu sagen. Die Angst vor einer Revolution liegt in der Luft, eines Umsturzes, der sich genau gegen die Macht jener superreichen Oligarchie richtet, die jetzt eine Lösung für die Krise des Systems finden will – indem sie das System einfach erhält und durch repressive Maßnahmen zu stabilisieren versucht. „Build back better“ – Besser zurückbauen – wird dabei zur neuen Devise der westlichen Führungsschicht. Sie will hinter die Niederlagen der letzten 20 Jahre verursacht durch Putin, Trump und die immer stärker werdenden Protestbewegungen in Europa und den USA zurückgehen und die Globalisierung in einer aktualisierten Fassung neubauen. So spricht sich Schwab etwa für die Corona-App aus, die vordergründig der Bekämpfung des Virus dient, letztlich aber auch zur gläsernen Durchleuchtung des Menschen eingesetzt werden kann. Anstatt die Globalisierung, welche die rasante Verbreitung des Coronavirus erst möglich gemacht hat anzugreifen, wird stattdessen eine weitere Verbreitung des westlichen Virus des Liberalismus propagiert. Doch spätestens die Ereignisse in den USA seit der geschobenen Wahl Joe Bidens zum Präsidenten zeigen, dass die Globalisten dieses Mal keine Gefangenen machen, wie der Tod Ashli Babbitts, einer Veteranin der Luftwaffe die von ihrem eigenen Staat ohne triftigen Grund erschossen wurde, zeigt. Was also soll man dieser von der globalen Oligarchie getragenen Bewegung des „Great Reset“ entgegensetzen? Unter den Demonstranten die vor dem US-Kapitol gegen die Ernennung Bidens zum Präsidenten protestierten kam das Schlagwort des „Great Awakening“ (Großes Erwachen) auf. Dies bezeichnet den Aufstand der amerikanischen Patrioten, der durch die Schrecken des „Great Resets“ ausgelöst wurde. Wie der russische Philosoph Alexander Dugin aufzeigt, handelt es sich aber auch beim „Great Awakening“ um ein Projekt, dass analog zum „Great Reset“ kein lokales Phänomen darstellt, sondern als Projekt zu einer globalen Abwehrfront gegen den Globalismus ausgebaut werden kann. So wie die Globalisten die Krise des Systems zum Anlass nehmen es neu zubauen, so ergibt sich auch für alle Patrioten nun die Gelegenheit die alte Welt hinter sich zu lassen und eine neue zu errichten. Dabei ist es essenziell zu erkennen, dass die Globalisierung die Wurzel des Problems darstellt. Folglich muss sie beendet und durch eine Lokalisierung abgelöst werden, also die unipolare Weltordnung durch eine auf Großräumen, die sich durch kulturelle, religiöse und historische Gemeinsamkeiten definieren, den sogenannten Zivilisationen basierende multipolare Weltordnung ersetzt werden. Nicht mehr der Westen alleine wird in dieser zukünftigen Ordnung bestimmen wie die Welt zu gestalten ist, sondern Europäer, Russen, Chinesen, Inder, Afrikaner, Lateinamerikaner und auch US-Amerikaner werden sich in Zukunft gemeinsam abstimmen müssen. Dies bedeutet, dass jede Zivilisation dazu in der Lage ist ihre eigenen Werte zu definieren und sich weder von Brüssel noch von Washington in Menschen- und Minderheitenrechten schulmeistern lassen muss. Voraussetzung dafür ist natürlich die Erkenntnis, dass die eigene Kultur und Religion im Rahmen des eigenen Großraumes Geltung hat und man die Kultur wie Religion der anderen Zivilisationen respektieren muss. Im Rahmen des „Great Awakening“ hat also jede Zivilisation die Möglichkeit die Globalisierung zurückzuweisen und ihre eigene Kultur wieder zu stärken. Dadurch können die verschiedenen Völker auch wieder die Kontrolle darüber übernehmen wie sie sich entwickeln wollen. Mag es in den Augen der Globalisten als Fortschritt erscheinen, seine eigenen Kinder dem Einfluss des Gendermainstreamings, Drag-queens und anderer Menschen auszusetzen die der Meinung sind, dass es überhaupt keine Grenzen zwischen den Menschen gibt, weder zwischen den Geschlechtern, noch zwischen den Völkern, so sieht das die Mehrheit der Menschen anders. Der normale Europäer, Russe, Chinese und Lateinamerikaner kann in den vom Westen propagierten Perversionen keinen „Fortschritt“ erkennen, maximal einen Fortschritt in den Abgrund. Ebenso sind die Pläne der globalen Technikkonzerne von Tesla über Microsoft und Google mit ihrer Vision zur Schaffung eines Maschinenmenschens, dem Transferieren des eigenen Bewusstseins auf eine Cloud und andere Ausflüsse des Transhumanismus sicher im besonderen Interesse von Elon Musk und Raymond Kurzweil, jedoch nicht im Interesse jener Menschen die ihre Gemeinschaften schützen und bewahren wollen. Das Great Awakening macht den Menschen bewusst, dass die Technik ihm zu dienen hat und nicht er zum Werkzeug der Technik werden soll. Dementsprechend müssen wir im globalen Maßstab auch unsere Menschlichkeit gegen die transhumanistischen Bestrebungen der großen Technikkonzerne verteidigen. Der Great Reset hat uns vor Augen geführt, dass wir uns tatsächlich an einem Scheideweg befinden. Die Globalisten verwenden die Coronakrise als Anlass uns zunehmend unserer Freiheiten zu berauben und ein immer repressiveres Regime zu errichten, dass sogar unsere Gedanken und unser Handeln kontrollieren will. Dem können wir als globale Abwehrstrategie das Projekt des Great Awakening entgegensetzen, um die Vielfalt der Völker und kulturellen dem totalitären Einheitswillen des Westens entgegenzusetzen.

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